| Fossilienfunde
aus den Mergel- und Sandsteinschichten des Goldauer Bergsturzes
sind bereits seit längerem bekannt. Entdeckt wurden versteinerte
Fährten von Vögeln, Schildkröten und Säugetieren,
die als Vertiefungen in Sandsteinschichten erhalten geblieben sind.
Ebenfalls wurden versteinerte Blätter und Reste ganzer Baumstämme
von Pflanzen gefunden, deren Verwandte heute noch in Nordamerika
und Ostasien leben. Diese Pflanzen zeigen, dass zur Zeit der Unteren
Süsswassermolasse bei uns ein warmes, subtropischen Klima geherrscht
haben muss.
Die
Fährtenplatte mit versteinerten Nashornspuren im
Sandstein auf der rechten Plattenhälfte
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Versteinerte
Pflanzenblätter (Sammlung Schneider, ETH Zürich)
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Die
oben abgebildete Fährtenplatte wurde von Heinrich Bräm
vor 50 Jahren zum ersten Mal beschrieben. Mittlerweilen sind die
Sandsteinschichten auf der Fährtenplatte stark von Verfall
betroffen. In einigen Jahren werden die Tierspuren deshalb wohl
leider verschwunden sein.
Vor
25 Millionen Jahren lag Goldau auf einem flach geneigten Schuttfächer,
der von einem lockeren Auenwald bewachsen wurde (vgl. > Geologie).
Periodische Überflutungen und Geschiebefrachten aus den in
Entstehung begriffenen Alpen haben im Laufe der Zeit die Nagelfluh-,
Sandstein- und Mergelschichten abgelagert, die wir heute am Rossberg
und an der Rigi beobachten können. Dabei wurden auch Pflanzenreste
und Tierspuren im Schlamm eingeschlossen und sind auf diese Weise
bis heute erhalten geblieben.
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Die
Fossilienfunde haben den wissenschaftlichen Zeichner Beat
Scheffold zu einem Bild inspiriert, welches für den
«Geologischen Rundweg durch das Goldauer Bergsturzgebiet»
im Natur-
und Tierpark Goldau angefertigt wurde. Es zeigt wie
die Gegend von Goldau vor rund 25 Mio. Jahren ausgesehen
haben könnte. |
Weiterführende Literatur:
Bräm
H., 1954: Fährten von Wirbeltieren aus der subalpinen Molasse
des Bergsturzgebietes von Goldau. – Eclogae geologicae Helvetiae
47(2), 406–417.
Furrer
H., Gubler T., Hochuli P.A. & Stössel I. 2002: Goldau vor
25 Millionen Jahren. Rekonstruktion nach fossilen Tierspuren und
Pflanzenresten aus der Unteren Süsswassermolasse (spätes
Oligozän) des Bergsturzgebietes von Goldau (Kanton Schwyz).
– Schweizer Strahler 14(3), 6–9, 29–31.
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